Neues Leben für altes Holz

In einer schummrigen Hinterhofwerksatt werkeln Jeanette und Stefan. Um sie herum: Flohmarktfundstücke und viel Holz. Gemeinsam haben sie den Raum in der Heusteigstraße seit August letzten Jahres gemietet, um ihren Leidenschaften nachzugehen. Und um die Ergebnisse zu verkaufen.

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Jeanette Brauer liebt Flohmärkte. Ihre Fundstücke bereitet sie auf und verpasst ihnen einen neuen Anstrich. „Der Mischmasch machts von neu und alt“, erzählt Jeanette. Der Name ihrer Manufaktur „Vinly“ ist eine Mischung aus Vintage und lovely. Für ihre Leidenschaft hat sie ihren Job als Projektmanagerin bei einer Werbeagentur auf Teilzeit reduziert.

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Stefan Küpers liebt Holz. Und davon steht hier eine Menge rum – in Form von dicken Brettern, direkt aus dem Baum geschnitten, sodass man die Form des Baumes noch erkennen kann. Daraus fertigt er Tische, denen man den Wald noch ansehen kann, aus dem sie kommen. Sie verkauft er unter dem Namen Teburu. Das ist Japanisch und heißt: Tisch.

Wenn er nicht Tische baut, verkauft er auch Holz: Er betreibt einen Onlinehandel für Zedernholz-Schuheinlagen, die gut fürs Klima sind. Das Klima im Schuh.

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Das die beiden Stuttgart-Westler zu uns ins Viertel gefunden haben, ist Zufall. Ein guter Zufall. „Hier fühlt man sich echt zuhause“, sagt Jeanette, „Die Leute hier sind interessiert und neugierig“.

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Diesen Samstag veranstaltet Vinly eine Frühlingsausstellung in der Werkstatt. Schaut von 10 bis 18 Uhr vorbei und lernt die beiden kennen!

Samstag, 9. April, Heusteigstraße 108

Frühlingsausstellung

Frühlingsausstellung auf Facebook

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Mehr über Vinly: Artikel in der Stuttgarter Zeitung

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Walnuss- und Kirschbäume in geschnittener Form.
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Inspiriert von der Werkstattkollegin: Tisch mit Beinen einer alten Nähmaschine

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Vinly, Jeanette Brauer, info@vinly.de

Teburu, Stefan Küpers, hallo@teburu.de

Heusteigstraße 108, 70180 Stuttgart

Die Werkstatt kann man Freitags und nach Vereinbarung an anderen Tagen besuchen.


 

Werbeanzeigen

Stachlicher Laden

Sieht aus wie ein Kakteenladen, ist aber viel mehr: Für vier Monate inszeniert die Designerin Miriam Köpf Pflanzen im Raum. 

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Auf dem schmalen Trottoir der Heusteigstraße drängen sich die Menschen. Es gibt kein Freibier. Es gibt Kakteen – wunderschön inszeniert von Miriam Köpf in einem winzigen Ladenlokal. „Ich will ja kein Pflanzenladen sein“, sagt die Designerin, die den Raum für vier Monate zur Zwischenmiete nutzt, um jeden Monat einer anderen Pflanzengattung Raum zu geben, „ich will mich ausleben“. Und dabei zeigen, was sie kann: Ihre Spezialität sind Raumkonzepte. Und diese funktionieren besonders gut, wenn etwas Lebendiges dabei ist. Das zeigt sie in ihrem Laden „Phyllis – temporary plant thing“.

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Die gesamte Einrichtung des Raumes wurde auf die Kakteen und Sukkulenten abgestimmt: Wandfarbe, Blumentöpfe, Blumenkästen. Obwohl für Miriam Aquise und Netzwerken im Vordergrund steht, kann man die Kakteen auch kaufen. Von Donnerstag bis Samstag. An den anderen Tagen ist sie in ihrem Büro am Südheimer Platz. Das Viertel, in dem sie seit acht Jahren lebt, sei ein guter Ort für ihren Showroom, sagt Miriam. Die Leute hier seien aufgeschlossen, kreativ und durstig nach Neuem.

Miriam Köpf
Miriam Köpf hat eine Spleen für Pflanzen.

Jeder Monat hat sein eigenes Motto. Im Kakteenfall: Dusty Spring. Wir sind mal auf die Orchideen gespannt.


April

Kaktus – Dusty Spring
Eröffnung: Donnerstag, 31. März 2016

Mai
Orchidee – Plant Punch
Eröffnung: Mittwoch, 04. Mai 2016

Juni
Farn – Swing Low
Eröffnung: Donnerstag, 02. Juni 2016

Juli
Begonie – Ambrosial Room
Eröffnung: Donnerstag, 30. Juni 2016

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Phyllis auf Facebook

Miriam Köpf

Artikel aus der schönen Zeitschrift Plot

Artikel mit vielen Bildern von der Eröffnung aus der Stuttgarter Zeitung

Bier

Gedrucktes von Paperness

Pflanzen mit Tanja Schäfer von Grün auf Zeit

Essen für die Events von Karin Künkele

Farben in Unterstützung von Farben Heim

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Passende Literatur gibt’s von Paperness, die außergewöhnliche Zeitschriften zusammenstellen.

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Craftbier
Passend zum Publikum: Bier von Ridmueller Craft Beer

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Andreas Vogel
Andreas Vogel beschallt das Viertel mit Musik, die zur Anlage passt.

Phyllis – temporary plant thing

Heusteigstraße 59
70180 Stuttgart

phyllis@miriamkoepf.de

Öffnungszeiten:
Donnerstag, Freitag: 12:00 – 20:00
Samstag: 10:00 – 14:00

Blick in die Nachbarschaft: Matthäuskirche

Heute haben wir mal das Viertel verlassen und sind ins benachbarte Heslach (70199) gegangen. Dort haben wir die Matthäuskirche am Erwin-Schoettle-Platz besucht und ein paar Fotos für euch gemacht. Vom Kirchturm aus kann man auch den Rand von 70180 sehen: Die Alte Weinsteige.

Erwin-Schoettle-Platz
Blick auf den Erwin-Schoettle-Platz, benannt nach dem ehemaligen stellvertretenden Bundestagspräsident der SPD.
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Die Karl-Kloß-Straße wurde nach dem Politiker Karl August Kloß benannt, der als SPDler für den Wahlkreis Württemberg I im Reichstag saß. Als er 1908 verstarb, fand einer der größten Trauerzüge der Stuttgarter Geschichte statt. Als sein Sarg beim Krematorium am Pragfriedhof ankam, marschierten die letzten Teilnehmer gerade erst in Heslach los.
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Vor der Eröffnung des Heslacher Tunnels im Jahre 1991 führte der stadtauswärtige Verkehr der B14 durch die Möhringer Straße.
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Der Turm des Alten Feuerwehrhaus Süd. Heute ist es ein Gemeinwesenzentrum. Dahinter die Brauerei „Stuttgarter Hofbräu
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Hinter dem Marienhospital sieht man die Häuser an der Alten Weinsteige. Postleitzahl? 70180!
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Am Waldrand zu sehen: Die Lerchenrainschule.
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Die Matthäuskirche wurde 1881 fertiggestellt. Sie wurde im Auftrag der Stadt Stuttgart gebaut.
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Karlshöhe

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Die im Krieg stark beschädigte Kuppel der Matthäuskirche wurde zwischen 2009 und 2011 aufwändig restauriert.

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Das alte Taufbecken in der Matthäuskirche

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Das Kruzifix über dem Altar stammt aus einer Kapelle, die schon im 15. Jahrhundert in Heslach stand.
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Zwei junge Tauben haben ihr Nest im Glockenturm der Matthäuskirche.
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Das Uhrwerk der Kirchenuhr
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Aufgang zu den Glocken
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Alle zwei Wochen muss die Mesnerin die mechanische Kirchenuhr aufziehen.

Fotos: Martin Zentner

Dampfende Magie

Kevin Okolowski steht seit fast 20 Jahren hinter der Theke des Café Herbert’z und versorgt das Viertel mit Koffein. Wir haben ihn besucht. 

Kevin lacht. Und tratscht. Mit den Gästen, die sich um die Theke drängen und ihren Morgenkaffee trinken. Den macht Kevin nebenbei. „Lach in den Tag, dann lacht er zurück“, sagt der 33-Jährige, der hier hinter der Theke steht, seit er 14 ist. Sein Vater Herbert hatte das Café Anfang der Neunziger an der Ecke Immenhofer Straße und Mozartstraße eröffnet, als das Viertel noch einiges rauer war. Seit dem hat sich drinnen nicht viel geändert. Heute gibt es auch ein paar Sitzplätze, aber das Leben spielt sich an den Stehtischen ab. Hier treffen sich jeden Morgen die Stammgäste auf dem Weg zur Arbeit. Handwerker, Geschäftsführer, Kreative – beim Kaffee sind sie alle gleich. Wer neu ins Viertel kommt, lernt hier schnell Leute kennen. Oder kann sich in Ruhe hinter der Tageszeitung verstecken. „Jeder nimmt hier das mit, was er will“, sagt Kevin.

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Wäre Kevin ein Oktopuss, könnte er noch schneller Kaffee kochen.

Morgens um halb sechs ist Kevin noch allein im Laden, über dem er wohnt. Er schiebt die Brezeln und Brötchen in den Ofen. Wenn er um sieben das Herbert’z öffnet, kommen die Leute und drängen sich um das Zentrum des Cafés: ein bronzenes Ungetüm, einem Steampunk-R2D2 gleich. „Die Kaffeemaschine ist die Magie des Ladens“, sagt der Barista. Leider ist der fast schon antiken Elektra Belle Epoque die Magie ausgegangen – sie wird derzeit grundüberholt. An ihrer Stelle steht ein Fremdkörper: ein knallroter Kasten, der an einen verunglückten Lamborghini erinnert. Das Ersatzgerät macht ordentlich Dampf, von dem man sich wünscht, er verhülle den Blick darauf. Die Stammgäste sind irritiert. Sie fragen besorgt nach dem Wohlergehen ihrer geliebten Maschine.

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Kevin Okolowski wohnt über dem Café

Wenn Kevin nicht hinter seiner Theke steht, spielt er gerne Gitarre und singt. Manchmal auch für Gäste im Café. Seine Lieblingsorte im Viertel sind der Fangelsbachfriedhof und das Rondell am Mozartplätzle, wo er als Jugendlicher gerne mal mit seinen Kumpels ein zwei drei Bier getrunken hat.

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Übrigens: Gründer Herbert ist nur noch im Namen des Cafés zu finden. Das Geschäft führt heute Kevins Zwillingsbruder Kim. Am Wochenende arbeiten hier deren Halbschwester und ihre beiden Söhne.

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Und nochmal übrigens: Ab und zu gibt es abends Konzerte im Herbert’z. Wir haben unlängst darüber berichtet: Zum Artikel

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Seit letztem Jahr kann man sich im Herbert’z auch betrinken

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Produktdesign from hell: Die Ersatzkaffeemaschine.
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Viele Wohnungssuchen, wenige Angebote: Das schwarze Brett des Viertels.
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Kevin hat Spaß bei der Arbeit

Herbert’z auf Facebook

Café Herbert´z
Immenhoferstraße 13
70180 Stuttgart

mail@cafe-herbertz.de

+49 (0)711 88 84 566

Fotos: Martin Zentner

Ein Stellplatz alleine macht noch nicht mobil

Liebe Immobilien-Milchmädchen,

danke für den Tipp, dass man für den Preis eines Stellplatzes (119 €) auch mit dem öffentlichen Nahverkehr durch die Stadt fahren kann.

Ein Stellplatz sorgt aber nur für Mobilität, wenn man auch was zum Stellen hat. Zum Beispiel ein Auto. Dann wird es halt doch ein bisschen teuerer als mit den Öffentlichen. Wen das nicht stört, der kann sich unter 0711 6679-230 erkundigen.

 


Hier das gesamte Plakat:

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Musik in der Espressobar

Ein sehr schöner Ort für ein kleines Konzert: Die Herbert’z Espressobar. Chantal Fatale und Roman Wreden haben hier am 28. Januar gespielt.

Fotos: Martin Zentner

 


Café Herbert´z

Immenhoferstraße 13
70180 Stuttgart
mail@cafe-herbertz.de
T +49 (0)711 88 84 566

Chantal Fatale

Roman Wreden

Herbert’z Espressobar

Herbert’z Espressobar auf Facebook

Zeichnungen

In den letzten Jahren habe ich ab und zu Ansichten des Viertels gezeichnet.

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Innenansicht Soyosoyo Lunch am Ende der Fangelsbachstraße. (http://www.soyosoyo-lunch.de)
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Häuserecke im Heusteigviertel
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Dachausschnitt der Heusteigschule von einer Wohnung aus gezeichnet.
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Marienplatz am Rande von 70180
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Antik- und Gerümpelladen in der Immenhofer Straße Ecke Mozartstraße
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Besucher des Heusteigviertelsfest
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Heusteigstraße 60
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Mozartplätzle mit Außenbereich der Imme.
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Kaugummiautomat vor der Imme
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Gäste vor dem Café Herbert’z
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Theke der Imme
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Marienplatz
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Mozartplätzle
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Mozartplätzle