Das Geheimnis des Schlegelbaums

(von Dora Asemwald)
Der Cro-Magnon-Mensch hat’s erfunden: Das Bemalen von Wänden, insbesondere mit Motiven aus der Jagd und dem Tierverzehr. An einer steinernen Wand am östlichen Ende des Heusteigviertels entdecke ich ein prächtiges Fundstück paläolithischer Wandmalerei. Es zeigt Schlegel, die an einem Baum baumeln. Der Froscherdrang meiner inneren Paläontologin führt mich in einen Raum jenseits der Mauer. Dort zieren weitaus elaboriertere, postneolithische Gemälde die Wände. Sie widmen sich ebenso dem Sujet der Nahrungsaufnahme. Jedoch ohne Tiere. Ich erforsche den Raum und entdecke einen Stamm, der sich durch wilde Hautbemalungen und bunte Haartracht auszeichnet. Schnell finde ich heraus, dass die Wandbemalung von der Häuptlingin Kathi persönlich erstellt wurden. Im Gegensatz zu den Malern des Schlegelbaums handelt es sich bei ihr eindeutig um ein Mitglied der Art Homo Sapiens. Schlegel gibt’s hier nur vom Tofutier, in den Topf kommen hier ausschließlich Pflanzen und Pilze. Dieses Rätsel wäre gelöst. Ich stärke mich noch und mache mich auf, weitere Spuren der Cro-Magnons des Heusteigviertels zu suchen. Vielleicht verraten sie mir ja das Geheimnis des Schlegelbaums.

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Orchideen statt Kakteen!

Genug der Sukkulenz! Wer sich bis zu kommenden Wochenende keinen Kaktus bei Phyllis gekauft hat, hat Pech gehabt. Zum Trost gibt es ab nächster Woche an selber Stelle Orchideen. Wiederum nur für einen Monat. Wiederum auf’s neue im Raum inszeniert. Diesmal kooperiert die Raumgestalterin Miriam Köpf mit den Textil-Spezialisten von Apartment 91.

Am Mittwoch, den 4. Mai 2016 wird von 18:00 bis 22:00 Uhr die kleine Orchideenwelt im Parreterre der Heusteigstraße 59 eröffnet.

Doch davon gibt es das Kakteen Finale! Diesen Samstag, den 30. April, von 10:00 bis 18:00 Uhr.


Phyllis – temporary plant thing

Heusteigstraße 59
70180 Stuttgart
miriamkoepf.de/

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Indian Summer in 70180

Heusteigstraße Header wp

Das Feuerfarbenhaus in der Heusteigstr. 47 – Im Winter sieht es aus, wie ein ganz normales Haus. Also eines von den schönen Gründerjahre-Häusern im Viertel. Im Frühjahr beginnt seine Backsteinfassade zu leben. Erst klettert ein helles Grün an ihr hinauf, wird den Sommer über satter und dichter. Und dann – Bäääm – platzt im Herbst ein fettes Dunkelrot mitten rein, breitet sich aus, lässt die Fassade glühen. Indian summer in 70180

(Foto: Eva Heer)

Via rasa

„Urban Gardening“ ist total en vogue. Wer in der Stadt gärtnert, sticht beim Hipness-Quartet jeden Bioladenprojektunterstützer. Ist ja auch schön, wenn es in der Stadt grünt und blüht. Gleich vor meiner Galerie, an einem Pfosten, wo Fauna gerne Flora bewässert, gedeite ein kleiner Garten. Damit mich die Blütenpracht jeden Morgen aufs neue begrüßen konnte, hab ich sie über die heißen Tage hinweg gegossen. Mit Erfolg. Zumindest bis heute morgen, als ich feststellen musste, dass die Schergen der Stadtverwaltung via rasa gemacht haben. Ein triste Betonöde ist alles, was übrig geblieben ist.

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